Datenfunk - Technischer Vergleich

Je nachdem, wann Sie welche Datenmengen von wo aus wohin übertragen wollen, kommen die verschiedensten Datenfunk-Dienste in Frage.
 
Wenn es über kurze Strecken geht, kann oft ein kostenloser Dienst helfen: ein paar Meter schafft Infrarot, ein dutzend Meter überbrückt man ab ca. Ende ´99 mit Bluetooth-Produkten, ein paar hundert Meter bis zu etwa 2 km ist die Reichweite von drahtlosen Netzwerken (wireless LAN), darüber Datenfunk-Modems für den "Nichtöffentlichen mobilen Landfunk". Bei Verbindungen zwischen zwei festen Punkten kommen Richtfunkstrecken zum Einsatz. Bei bewegten Teilnehmern DECT, Bündelfunk und die öffentlichen Funknetze. Und für wirklich weltweite Kommunikation kann man bei Satellitenfunknetz-Betreibern Kunde werden.
 
Bei den öffentlichen Netzen gibt es unidirektionale wie Paging, in denen man keine Empfangsbestätigung bekommen kann. Andere wie GSM, Modacom, Bündelfunk und Satellitenfunk übertragen Daten in beiden Richtungen gleichermaßen.
 
Satellitenfunk kommt aus Kostengründen eigentlich nur dann in Frage, wenn es keinen anderen Funkdienst in Reichweite gibt. Per Satellit kann man auch in den GSM-Funklöchern, auf hoher See und im Kaukasus (genauer: überall auf der Welt) Daten übertragen. Ggf. sind Dual-Band-Handys interessant, die nach Möglichkeit ein GSM-Netz verwenden und dann auf Satellit umschalten, wenn kein GSM-Netz in Reichweite ist. Etwas anders sieht es beim reinen Empfang per Satellitenschüssel aus - hier kann man sogar sehr günstig Datenmengen bis in den Gigabyte-Bereich zu versenden!
 
GSM, also die D-Netze und E-Plus sind für File-Transfer sinnvoll, denn bei 9.600 bps kann man in der Minute immerhin über 50 kB (genau 9.600 bps * 60 Sekunden = 576.000 bps, bei serieller Übertragung mit Start- und Stopbit also 57.600 Bytes = 56.25 kB) übertragen. Mit dem Z-Modem-Protokoll kommt man auch nah an diesen theoretischen Wert heran. Aber wenn z.B. mit Lotus Notes repliziert wird, muß man oft viel Geduld haben, da das Protokoll nicht gerade für GSM mit den im Verhältnis zu einem Modem langen Signal-Laufzeiten optimiert ist. Dann sollte man ein Gateway, z.B. von Cedros (seit 2017 valantic) oder Materna einsetzen. Und wenn die Anwendung eine Host-Session ist, bei der man lange online ist, aber nur wenige Daten überträgt, ist ein Dienst mit schnellen Laufzeiten wie Modacom und zukünftig GPRS, bei dem nur die übertragenen Bytes abgerechnet werden, wesentlich günstiger. Je nach Anwendung leicht um den Faktor 10! Analoger Bündelfunk ist nur für kurze Status-Informationen, wie z.B. im Taxi ausgelegt. Digitaler Bündelfunk (Tetra) ist für Datentransfers wesentlich besser geeignet.
 
Das ist natürlich nur eine ganz grobe Einteilung. Welcher Datenfunkdienst wofür geeignet ist, erfahren Sie bei der Beschreibung der einzelnen Techniken wesentlich genauer. Und wenn Sie eine genaue Analyse benötigen, (ob und) welcher Funk für Sie geeignet ist, fragen Sie mich.
 
Welche Mobilfunklizenzen es in Deutschland gibt, erfahren Sie bei der RegTP, der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post.
 
Hinweise zur Kosten-Nutzen-Analyse
zur Datenfunk-Homepage www.dafu.de