MVNOs (virtuelle GSM-Netze)

Virtuelle Mobilfunk-Netzbetreiber (MVNO, Mobile Virtual Network Operator) waren in Deutschland bis Anfang 2005 noch nicht etabliert. Und 2010 gibt es weit über 100 MVNOs, Brands etc. Viele waren nur kurze Zeit auf dem Markt - nicht wirklich überraschend …

MVNOs sind Netzbetreiber, die keine eigene Infrastruktur haben, ähnlich wie die Service-Provider, aber gegenüber den Kunden genau wie "richtige" Netzbetreiber agieren. Es gibt die verschiedensten Ausprägungen. Im einfachsten Fall vermarkten sie, ähnlich wie Service-Provider, SIM-Karten eines Netzbetreibers. Allerdings unter ihrer eigenen Marke. Es gibt aber auch MVNOs, die verschiedene Netzwerk-Komponenten selber betreiben, z.B. ein eigenes SMSC, oder eine eigene Billing-Plattform.

Seit 2006 war vistream ein MVNE, ein Mobile Virtual Network Enabler, und bot alle Dienste an, die ein MVNO brauchen könnte / anbieten sollte. Das beinhaltet die Vorbereitung, die "normalen" Funktionen wie Sprache und SMS und alle denkbaren Messaging-Produkte, Ringtones, Datendienste, Internationales Roaming etc.

Partner von vistream (Branded Reseller bzw. MVNOs) in Deutschland im November 2010 waren:
Arcard-Mobile, Berlet, Clay Telecom, envacom, eteleon, Flexmobil, FoneEze-Mobile, igge & ko, Netcologne, sdt.net, Simsay, SIM-Mobile, solomo - besser mobil, Speach, SüdkurierTel, TelDaFax, TNG, TouristMobile, vdK Telecom und wilhelm.tel.

Nicht alle Kunden wollten auch genannt werden. Aber wenn die Mehrzahl der Kunden eines Anbieters 01570-Nummern hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass vistream der technische Dienstleister dahinter war …

Am 1.2.2012 hatte Telogic vistream übernommen, und die (Telogic) haben dann schon im Herbst 2012 ihr Geschäft eingestellt.

Moconta war von Nov 2001 bis Dez 2009 ein sog. "White Label Serviceprovider", gegründet gemeinsam durch die Bertelsmann-Tochter Arvato Mobile und Vodafone; ein MVNO, der sich außer um Netz und Geräte auch um Kampagnen kümmert. Das Angebot umfasst u.a. Portal, Kampagnen, Geräte, Billing. Das Konzept war, Enabler für (neue) mobile Marken zu sein. Ein Beispiel war das Angebot TOGGO mobile von RTL DISNEY Fernsehen, das speziell auf Kinder zugeschnitten ist, und z.B. kostenlose Anrufe zum Telefon der Eltern ermöglicht, ein Portal beinhaltet, dessen Nutzung im Tarif enthalten ist, Lokations-Abfragen über das Internet oder per SMS bietet, etc. Auch BILDmobil gehörte zu den Kunden. "White Label" bedeutet, dass Moconta selvber nicht als Marke auftritt, sondern im Hintergrund für andere Anbieter arbeitet.

inCode ist ein Consulting-Unternehmen, das u.a. spezielle Dienstleistungen für MVNO-Markteinführungen bietet.

MVNOs und Mobilfunk-Marken in Deutschland (alphabetisch)

Eine sehr ausführliche kommentierte Liste findet man auf der Seite Mobilfunk-FAQ Provider von Henning Gajek.

Eine weitere Quelle ist die Wikipedia-Seite "Liste der Mobilfunkdiscounter in Deutschland"

Eine dritte hilfreiche Quelle für Informationen (nicht nur) zu MVNOs ist teltarif.

Die meisten der hier aufgeführten Firmen sind keine "wirklichen" MVNOs, sondern eher neue Marken etablierter Netzbetreiber oder großer Brands. Feedback von Mitarbeitern dieser und anderer Unternehmen ist wie zu allen Seiten auf Dafu willkommen.

Der Service-Provider "The Phone House" ist mit 009 Discount seit Dezember 2005 im E-Plus-Netz.

Aldi Talk wird wie die meisten Elektronik-bezogenen Produkte von Aldi durch Medion realisiert. Die Abwicklung erfolgt im E-Plus-Netz.

BILDmobil ist seit Oktober 2007 das Angebot der Bildzeitung, das einen kostenfreien Zugang zum BILDmobil-Portal einschließt. Trägernetz ist Vodafone.

blau.de nutzt die Netztechnologie von E-Plus.

Debitel Light

easyMobile.de

Bald hat wohl jeder Discounter seine eigene Marke. Seit dem 17.11.2008 auch Edeka mit EDEKA mobil.

Jamba SIM

Am 19.09.2005 schließt die klarmobil GmbH einen Vermarktungsvertrag mit T-Mobile Deutschland. Klarmobil ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der mobilcom AG. Einen Tag später wurde dann auch der offizielle Startschuss gegeben.

Lebara bietet günstige Tarife in viele Länder an und ist auch international präsent.

Lycamobile hat Angebote und Flatrates für eine Reihe von Ländern nicht nur in Europa.

Mox Telecom's MoxMobil nutzt das T-Mobile-Netz. T-Mobile bezeichnet Mox als "Branded Reseller".

Die REWE Group startete am 29.5.2006 ihr Angebot in 5.000 Märkten unter den Marken rewecom und Penny Mobil. Rewecom-Kunden sind wieder originale T-Mobile-Kunden, während Pennymobil und Ja!Mobil weiter aktiv sind (powered by Congstar).

Schwarzfunk ist das Angebot von Uboot.com und wird im E-Plus-Netz abgewickelt.

Schlecker startete sein Angebot Smobil am 3.4.2006 im Vodafone-Netz.

Simply bietet die Abfrage des Guthaben-Standes per SMS "Guthaben" an die Kurzwahl 77277. [Kostenfrei?] Die simply Communications GmbH gehört zum Drillisch-Konzern.

Simyo wurde im Mai 2005 gegründet. simyo bot als erster Mobilfunk Discounter in Deutschland ein SIM-Only Produkt über das Internet an. Seit November 2005 beträgt der Tarif 16 Cent / Minute und eine SMS kostet in alle deutschen Mobilfunk-Netze 11 Cent. Dabei gibt es keine Grundgebühr, keine Vertragsbindung, kein Mindestumsatz, und keine Mailboxkosten. Dafür natürlich auch keine gesponsorte Hardware. Das Träger-Netz ist E-Plus.

solomo war einer der ersten und der größte der von vistream gepowerten MVNOs.

Speach wurde von vistream gehostet.

Tchibo wird seit Oktober 2004 über das O2-Netz abgewickelt.

Das Kind-Eltern-Angebot von TOGGO mobile ist bereits oben auf dieser Seite, beim Dienstleister Moconta beschrieben. Es nutzt das Netz von Vodafone D2.

Viva Mobil

WirMobil ist ein Angebot der WAZ Mediengruppe, im E-Plus-Netz realisiert. Ähnlich wie bei Bild.de ist die Nutzung eines mobilen Nachrichten-Portals frei.

Die E-Plus-Marken Ay Yildiz, BASE und vybemobile (eine mit Universal Music Deutschland) kann man wirklich nicht als MVNOs bezeichnen, denn sie sind halt spezielle Angebote des Unternehmens E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG.
Ay Yildiz wendet sich mit besonders günstigen Preisen für Telefonate und SMS in türkische Netze speziell an türkische Mobiltelefon-Kunden, BASE war die erste deutsche Flatrate-Marke für Mobiltelefonierer.

MVNOs im Ausland

Eines der bekanntesten Beispiele: Virgin mobile in GB. Seit dem Start 1999 hat Virgin bis 2006 schon 4 Millionen Kunden gewonnen. 2017 hatte Virgin Netze in UK, Irland, USA, Kanada, Australien, Südafrika, Mexiko, Chile, Kolumbien, Peru, POlen und Saudi-Arabien. Andere große Namen sind British Telecom, die Vodafone UK als Träger-Netzwerk benutzen, um als Mobilfunk-Dienstanbieter aufzutreten, oder debitel, die in Frankreich als MVNO starteten.

Ein neues Konzept steckte hinter dem werbefinanzierten Anbieter Blyk, der in mehreren Ländern Europas startete. In Holland 2010. Ab April 2012 waren die SMS nicht mehr kostenlos, und zum 1.12.2014 ging Blyk ganz in Vodafone NL auf.

In Skandinavien, besonders Dänemark und Finnland sind MVNOs noch wesentlich verbreiteter.

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