EDGE - Enhanced Data for GSM Evolution

Was kommt nach GSM, GPRS und HSCSD? Nicht unbedingt UMTS, sondern in vielen Ländern erstmal EDGE. Vielleicht auch nur, vor allem in der Fläche...

Für diese Technik ist ähnlich wie UMTS eine Datenrate von 384 kbit/s spezifiziert. Außer in besonders versorgten Bereichen (den sog. Hot Spots) und stationär wird UMTS auch nicht schneller sein. Im realen Netz von T-Mobile werden 200 Kilobit pro Sekunde angeboten.

Diese Bandbreite wird erreicht, indem das Modulationsverfahren 8-PSK (8-Phase Shift Keying) die Datenübertragungsrate eines GSM-Kanals auf bis zu 48 Kilobit pro Sekunde vergrößert und wie bei GPRS bis zu acht Kanäle gleichzeitig genutzt werden. Für EDGE sind wie bei HSCSD, GPRS und UMTS neue Endgeräte notwendig, und die Netzbetreiber müssen ihre Infrastruktur anpassen. Die dafür nötigen Investitionen sind allerdings wesentlich niedriger als für UMTS-Infrastruktur.

Anfang 2006 war T-Mobile der erste Netz-Betreiber in Deutschland, der in seinem Netz EDGE anbietet. Im August 2006 wurde mit der Basisstation auf der Zugspitze die 5.000ste von geplanten über 10.000 Basisstationen auf EDGE umgestellt. Vodafone hat sein Netz seit 2007 sukzessive mit EDGE aufgerüstet, auch O2 setzt auf EDGE. Laut Teltarif hat Anfang 2009 auch E-Plus angefangen, EDGE zu installieren, zuerst in Hamburg, dann in Berlin.

In einigen anderen europäischen Ländern gibt es aber schon EDGE-Angebote: Mobilkom Österreich gehört dazu, und in Kroatien VIPnet (die dortige Mobilkom-Tochter). 2004 planten weltweit immerhin schon 79 Netzbetreiber in 53 Ländern, EDGE einzuführen. In vielen Fällen wird EDGE verwendet, um die UMTS-Netze in der Fläche zu ergänzen, wo es zu teuer wäre, eine UMTS-Infrastruktur aufzubauen. In den USA werden VoiceStream und Cingular (Presse-Mitteilung dazu im Cingular Presse-Archiv von 2001) ihre GSM-Netze mit EDGE aufrüsten.

Zur Entwicklung bei EDGE gab es ein informatives White Paper des Consulting-Unternehmens Northstream: EDGE take off? (2002; nicht mehr online).

Die Chancen von Edge zur Ergänzung von UMTS-Netzen werden im Artikel Operators face the EDGE conundrum der GSM Association diskutiert. Da findet man auch eine Weltkarte mit den geplanten und gelaunchten EDGE-Netzen.

Wie bei den anderen GSM-Techniken auch liefern sowohl Alcatel als auch Ericsson, Lucent, Motorola, Nokia, Siemens und andere GSM-Netzwerk-Ausrüster Produkte und Infrastruktur für EDGE.

Weitere Infos zu EDGE

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