(D2´s und) Ericssons WebOnAir

Mit WebOnAir hatte Ericsson inden '90-ern eine Software entwickelt, die das Surfen im Internet auch mit den 9.600 bps in GSM-Netzen mit akzeptabler Geschwindigkeit erlaubte. Auf der Netzbetreiberseite wird ein Proxy installiert, und auf der Client-Seite ein Client, der als Proxy konfiguriert wird. Mannesmann Mobilfunk (MMO, heute Vodafone) hatte diese Funktionalität in seinem D2-Netz als erster Netzbetreiber bereitgestellt. Interactive Networks (heute snafu bzw. inter.net) betrieb dieses Internet-Gateway für MMO. Wenn Ihnen der Begriff "High-Speed Proxy" begegnet - damit ist dasselbe gemeint.

Wenn Sie sich eine Webseite (den HTML-Code, Scripte, die Grafiken, ...) ansehen, finden Sie eine Menge von Daten, die das Erscheinungsbild zwar interessant gestalten, zum Verständnis des Inhaltes nicht wirklich erforderlich sind. Hier eine Liste der Sparmöglichkeiten, die bei WebOnAir alle konfigurierbar sind:

Wenn man diese Features nutzt, kommt etwa die zwei- bis vierfache Datenrate zustande; über eine 9.600 bps-GSM-Verbindung surft man also in etwa mit der Geschwindigkeit eines V.34-Modems.

Im Gegensatz zu WAP ist WebOnAir für "Full Size Clients" konzipiert, also für Notebooks mit Windows 95/98/NT Betriebssystem. Die Technik ist allerdings auch für WAP, und auch für andere (Funk-)Netzwerke wie DECT, CDMA, ... geeignet.

Es ist klar, dass dieses Produkt, so wie es hier beschrieben ist, bei den heutigen Webseiten und den Ansprüchen an den Datendurchsatz nicht mehr nützlich ist. Aber die Design-Prinzipien machen durchaus noch Sinn und kommen auch heute noch bei den Datenverkehr-Einsparungen des Opera Turbomodus (bei Opera Mini und Opera für Android) zum Einsatz.

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