Datenfunk-Produkte und -Dienstleistungen von T-Mobile

(früher DeTeMobil, dann T-Mobil)

Gestartet als Telekom-Tochter DeTeMobil ist T-Mobile ein wichtiger Betreiber von Mobilfunk-Netzen in Deutschland. Im Einzelnen waren es im Laufe der Zeit die Datenfunknetze/-dienste T-D1 (mit GSM, SMS, WAP, GPRS), T-C-Tel, Modacom, Inmarsat, TFTS sowie die Pagingdienste Cityruf, Scall und Skyper.

T-Mobil benannte sich am 1.2.2002 in T-Mobile um.

Das D1-Netz ist eines der vier deutschen GSM-Netze. Hier kann man mit 9.600 bps Daten übertragen. Als Gegenstelle kann ein Modem oder auch eine ISDN-Karte fungieren. Mit GPRS (zuerst ca. 40 kBit/s) und besonders mit UMTS werden den Kunden wesentlich höhere Datenraten angeboten.

Entwickler und Betreiber von SMS-, WAP- und Location Based Diensten werden durch das T-D1 DeveloperCenter mit wertvollen Informationen unterstützt. Neben technischer Dokumentation und interessanten White Papers gehörte ein Live-Chat zu verschiedenen Themen zum Angebot. Bisherige Themen waren z.B. Micropayment via SMS, GPRS und UMTS Grundlagen. Die Fragen und Antworten kann man auch später nachlesen, aber eben nicht live die Spezialisten fragen.
2006: scheint, dass es das Developer-Center nicht mehr gibt :-(

Am 16.8.2000 wurde die UMTS-Lizenz-Versteigerung nach der 173. Runde mit 98.807.200.000 DM beendet! Alle 6 noch im Rennen gebliebenen Bewerber (E-Plus Hutchison, Mannesmann Mobilfunk, MobilCom Multimedia, Quam, T-Mobil und VIAG Interkom) erhielten je 2 Lizenzen und bezahlten dafür jeder etwas über 16 Milliarden DM (gut 8 Milliarden Euro). T-Mobile erhielten ihre UMTS-Lizenz am teuersten von allen, für genau 16.582.200.000 DM.

TFTS steht für Terrestrial Flight Telephone System. Es bietet Luft-zu-Boden-Telefonie und Fax für Flugzeug-Passagiere; SAS, Air France und British Airways bieten es ihren Kunden schon an. In Deutschland wurde die Lizenz am 8.10.1998 vergeben, seitdem gehört auch die Lufthansa zusammen mit der Telekom zu den Anbietern (aber wo ist dazu die Info im Web?).

Für weltweite Kommunikation, auch in ISDN-Qualität, gibt es Satellitenfunk-Netze. Das älteste und lange Zeit einzige ist Inmarsat. Bei Inmarsat ist die Telekom Anbieter bzw. Provider. Je nach Variante stehen eine Datenrate von bis zu 64 kBit/s sowie Sprachverbindungen und Kurznachrichten zur Verfügung. Mehr dazu auf der Inmarsat-Seite hier auf Dafu oder gleich auf der Inmarsat-Webseite.

Der Bündelfunk-Dienst Chekker wurde mittlerweile von Dolphin Telecom übernommen.

Die Pagingdienste Cityruf, Scall und Skyper wurden zum 1.7.1999 in die eigenständige Tochtergesellschaft, die Qbic GmbH i.G. (Q business Information Counter GmbH i.G.) ausgegliedert. Laut T-Mobil-Geschäftsführer R. Holekamp wird sich für die Kunden nichts ändern.

Die T-Mobil hat ihre Funkruf-Tochtergesellschaft Qbic zum 1. Januar 2000 an die e*Message Wireless Information Services GmbH aus Berlin verkauft. Gesellschafter von e*Message sind die ehemaligen Miteigentümer und Initiatoren der Regiokom Deutschland (später Dolphin Telecom) und Swissphone.

Das C-Netz und Modacom sind mittlerweile nicht mehr in Betrieb.
Das C-Netz kann man kaum zu den datenfähigen Netzen zählen, denn da konnte man nur telefonieren und mit einigen Geräten langsame leitungsorientierte Datenverbindungen zu Modems und Faxgeräten aufbauen.
Aber mit Modacom ging 2002 ein seit 1993 funktionierendes Netz in den frühen Ruhestand, obwohl dessen Eigenschaften und Gebührenstruktur (vor allem für kleine Datenmengen) durch SMS und GPRS zuerst nur teilweise ersetzt werden konnten.

Das mittlerweile deaktivierte C-Netz war grundsätzlich zur analogen Datenübertragung geeignet. Allerdings hatte nur ein Teil der C-Netz-Telefone hat eine Schnittstelle, um ein Modem anzuschließen, und mit einem Akustik-Koppler wird wohl kaum noch jemand arbeiten wollen, ganz abgesehen davon, daß damit nur sehr niedrige Datenraten erzielbar sind. Und es fehlten die meisten Leistungs-Merkmale, die GSM-Netze bieten...

Modacom war speziell zur paketorientierten Datenübertragung konzipiert. Man kann es vereinfacht als X.25 per Funk ansehen. Lange Verbindungszeiten ohne Datenübertragung kosten nichts. Daher ist es auch gut für Terminal-Emulationen geeignet, bei denen man zwar online ist, aber relativ wenige Daten überträgt. Durch GPRS werden die Möglichkeiten von Modacom in Zukunft auch über GSM verfügbar. Aber Funktionen wie Gruppenruf, Flottenverbindung und Standard Context Routing gibt es bei GPRS nicht. Vorteil von GPRS für den Anwender ist, daß er für Daten und Sprache nur ein Endgerät einsetzt.

Ob durch den Wegfall des Modacom-Dienstes für die Kunden wirklich kein Nachteil entsteht, wird man sehen, wenn die Tarifierung von GPRS sich stabilisiert hat. Denn im Modacom-Netz konnte man schon zu sehr niedrigen Tarifen kleine Datenpakete übertragen. Bei der angekündigten Stundengebühr von 49 Pfennigen (war schon für den Herbst 2001 geplant) kommen z.B. bei einer Meßwert-Erfassung, bei der (mindestens) einmal stündlich ein winziges Datenpaket übertragen wird, täglich 11,76 DM Gebühren zu den Volumen-Gebühren dazu!! Eine ausführliche Analyse dieses Beispiels steht auf der Seite Kosten-Nutzen-Analyse.

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